PKW4471 CLK Cabriolets der Baureihe 208, 1998 - 1999

CLK Cabriolets der Baureihe 208, 1998 - 1999

Im März 1998 erlebte das Mercedes-Benz CLK-Cabriolet seine Weltpremiere auf dem Genfer Automobil-Salon, nachdem bereits Anfang Dezember 1997 erste offizielle Fotos und Informationen veröffentlicht worden waren. Im Juni 1998, ein Jahr nach Markteinführung des CLK-Coupés, erschien die offene Variante in den Ausstellungsräumen der Mercedes-Benz Niederlassungen und Vertragspartner in Europa, und ab Herbst 1998 war das neue Cabriolet auch in den USA und Japan erhältlich.

Die offene Ausführung des CLK fungierte als Nachfolger des E-Klasse-Cabriolets der Baureihe 124, deren Produktion ein Jahr zuvor geendet hatte, und war wiederum als vollwertiger Viersitzer konzipiert. Technisch und stilistisch basierte das neue Cabriolet auf dem CLK-Coupé und war ebenfalls der Baureihe 208 zugeordnet.

Der Wegfall des Dachverbunds, der an Steifigkeit und Festigkeit der Karosserie maßgebend beteiligt ist, mußte durch neue Strukturen kompensiert werden und stellte dementsprechend hohe konstruktive Anforderungen. Zur Versteifung der Karosserie wurden Teile des Rohbaus durch dickeres oder höherfestiges Blech sowie zusätzliche Verstärkungen modifiziert. Die Maßnahmen umfaßten Verstärkungen des Mitteltunnels, der seitlichen Längsträger, des A-Säulen-Verbunds und des B-Säulen-Stumpfs sowie den Einbau von zusätzlichen Anschlußträgern als Verlängerung der Längsträger, von Querträgern unter Fahrer- und Beifahrersitz und einer mit der Karosserie verschweißten Rückwand. Diagonalstreben im Vorbau und im Heck verbanden Karosseriebereiche mit kritischen Bewegungsamplituden und verbesserten das Schwingungs- und Torsionsverhalten zugunsten der gewünschten Gesamtsteifigkeit.

Das neuentwickelte halbautomatische Verdeck bestand aus einem soliden Stahl-Aluminium-Gestell und einem witterungsunempfindlichen dreilagigen Gewebe mit besonders glatter Außenfläche. Es war trotz der aufwendigen Konstruktion bequem zu bedienen und ließ Platz für einen großen variablen Kofferraum. Zum Entriegeln oder Verriegeln mußte lediglich ein zentraler Drehgriff an der Vorderkante des Verdecks betätigt werden; den Rest erledigte ein elektrohydraulischer Antrieb, der über einen Zug-Druck-Schalter neben dem Schalthebel aktiviert wird und das Verdeck halbautomatisch öffnet und schließt.

Wie bereits beim SLK und beim CLK-Coupé praktiziert, fungierte auch im Falle des neuen Cabriolets die Firma Wilhelm Karmann in Osnabrück als Entwicklungspartner von Mercedes-Benz. Aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung im Bau von Cabriolets wurde Karmann erstmals auch die Endmontage übertragen. Hierzu lieferte das Werk Bremen Karosserie-Basiselemente und Gleichteile des CLK-Coupés, während die Motoren, Getriebe und Achsen aus Untertürkheim kamen.

Die CLK-Cabriolets wurden wie die zugrundeliegenden Coupés in verschiedenen Design- und Ausstattungslinien angeboten. Zur Auswahl standen zunächst die Varianten "Sport" und "Elegance", die sich auch äußerlich in einigen Details unterschieden: Die "Elegance"-Ausführung hatte dezente Chromauflagen an den Seitenscheiben an den Türgriffen sowie Leichtmetallräder im Fünfloch-Design. Die "Sport"-Version verstärkte den dynamischen Auftritt der CLK-Cabriolets durch den Verzicht auf die genannten Zierelemente und war mit geschmiedeten Leichtmetallrädern im Siebenloch-Design ausgerüstet.

Beiden Varianten gemeinsam war die bereits von den Coupés bekannte, besonders reichhaltige Serienausstattung, die unter anderem Antriebsschlupfregelung (ASR), Außentemperaturanzeige, Lederlenkrad, Heckdeckel-Fernöffnung und wärmedämmendes Glas umfaßte. Den Ein- und Ausstieg der Fondpassagiere erleichterte das sogenannte "Easy Entry"-System, mit dessen Hilfe die Vordersitze automatisch nach vorne fahren. Die Rückenlehnen der Fondsitze waren im Verhältnis 1/3 : 2/3 geteilt und ließen sich einzeln vorklappen, so dass der ohnehin schon respektable Kofferraum noch mehr Fassungsvermögen bot.

Darüber hinaus waren die CLK-Cabriolets wie schon die Coupé-Modelle mit zahlreichen technischen Innovationen ausgestattet, die Sicherheit, Komfort und Wirtschaftlichkeit weiter verbesserten. Dazu gehörten insbesondere das Fahrberechtigungssystem ELCODE, das Diebstahlschutz und Komfort perfektionierte und über einen elektronischen Tür- und Zündschlüssel bedient wird, sowie der Bremsassistent BAS, der in der Lage ist, Notbremsungen zu erkennen und bei Bedarf automatisch und in kürzerer Zeit als bisher die maximale Bremskraftunterstützung aufzubauen. Beide Systeme, ELCODE und BAS, waren Bestandteile eines leistungsfähigen Daten-Netzwerks, das eine schnelle und zuverlässige Kommunikation der Steuergeräte im Motor- und Innenraum ermöglichte. Als weltweit erste Marke hat Mercedes-Benz die lokalen Teilnetze über eine Daten-Schnittstelle miteinander verbunden und dadurch ein umfassendes digitales Netzwerk geschaffen.

Mit einer weiteren Neuerung der CLK-Coupés, dem Aktiven Service-System ASSYST, waren selbstverständlich auch die Cabriolets ausgestattet. ASSYST verbesserte die Wirtschaftlichkeit, indem es die Ölqualität im Motor kontinuierlich analysiert. Auf diese Weise ermöglichte es bedarfsgerechte Wartungsintervalle, die den tatsächlichen Einsatzbedingungen entsprechen und sich so von konstant 15.000 km auf durchschnittlich 18.500 km - 20.000 km verlängerten.

Hinsichtlich der passiven Sicherheit erfüllte auch das CLK-Cabriolet die seit 1998 gültigen Crashtests der Europäischen Union ebenso wie entsprechende Bestimmungen in den USA. Bei der Entwicklung der neuen Baureihe hatte man besonderen Wert auf Partnerschutz und Kompatibilität gelegt. Die Vorbaustruktur des CLK war so konstruiert, dass sie beim Zusammenstoß mit einem anderen Pkw auch Energie für das gegnerische Fahrzeug abbaut - ein Detail, das vor allem den Insassen kleinerer Automobile zugutekommt. Um größtmöglichen Insassenschutz zu gewährleisten, gehörten im CLK-Cabriolet neben Airbags für Fahrer und Beifahrer Sidebags in den Türen sowie Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer an den Vordersitzen zur Serienausstattung.

Besondere Vorkehrungsmaßnahmen mußten für den Fall eines Überschlags getroffen werden; den Überlebensraum sichern die verstärkten A-Säulen in Verbindung mit dem hochfesten Windschutzscheibenrahmen sowie der bereits im E-Klasse-Cabriolet bewährte Überrollschutz, der bei einem drohenden Überschlag innerhalb von Sekundenbruchteilen automatisch ausgefahren wird. Mit diesem umfassenden Sicherheitskonzept setzte der offene CLK im Cabriolet-Segment Maßstäbe.

Im Inland war das CLK-Cabriolet in zunächst drei Motorisierungsvarianten erhältlich, die der Coupé-Ausführung entsprachen: als CLK 200 mit einem 2,0-l-Vierzylinder-Aggregat, das 100 kW (136 PS) leistet, als CLK 230 Kompressor mit dem aufgeladenen 142 kW (193 PS) starken 2,3-l-Vierzylindermotor und schließlich als CLK 320 mit einem V6-Triebwerk, das 160 kW (224 PS) mobilisierte. Ausschließlich nach Italien, Portugal und Griechenland erfolgte die Lieferung des CLK 200 Kompressor, der in den genannten Exportmärkten aus fiskalischen Gründen anstelle der 2,3-l-Variante angeboten wurde.

Im August 1999 starteten die erfolgreichen Mercedes-Benz CLK-Coupés und Cabriolets mit noch reichhaltigerer Serienausstattung und neuen, innovativen Technik-Systemen ins Modelljahr 2000. Bis dahin hatten sich weltweit bereits über 135.000 Autofahrerinnen und Autofahrer für den CLK entschieden, davon rund 110.000 für das Coupé und etwa 25.000 für das Cabriolet. Damit übertraf das Coupé die Absatzzahlen seines Vorgängers aus der Modellreihe 124 um mehr als das Doppelte. Das CLK-Cabriolet erzielte innerhalb von nur zwei Jahren genau die Stückzahl, die das frühere viersitzige Cabriolet während seiner gesamten fünfjährigen Produktionszeit erreicht hatte.

Erstaunlich hoch war auch die sogenannte Eroberungsrate der attraktiven Baureihe. Sie betrug beim CLK-Coupé 40 %, und mit dem Cabriolet konnte Mercedes-Benz sogar rund 60 % aller Käufer von anderen Automobilmarken abwerben.



Mercedes-Benz CLK 230 Kompressor Cabriolet, Sport, A 208, 1998
A97F4991
Mercedes-Benz CLK 230 Kompressor
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