PKW4264 Geländewagen der Baureihe 463, 2000 - 2008

Geländewagen der Baureihe 463, 2000 - 2008

Im Herbst 2000 unterzog Mercedes-Benz die G-Klasse der Baureihe 463, die bereits mehr als zehn Jahre im Markt vertreten war, einer umfassenden Modellpflege. Die überarbeiteten Modelle debütierten im September 2000 auf dem Autosalon in Paris mit neuem Interieurdesign, noch reichhaltigerer Serienausstattung und zahlreichen technischen Innovationen. Wichtigste Änderung in der Typenpalette war der Entfall des G 300 Turbodiesel, dessen Rolle als leistungsstärkstes Selbstzündermodell vom neuen G 400 CDI übernommen wurde. Als Antrieb kam hier der aus der S-Klasse bekannte Common-Rail-V8-Dieselmotor zum Einsatz, der aus 4,0 Liter Hubraum 184 kW/250 PS schöpfte und einen souveränen Drehmomentbestwert von 560 Nm lieferte.

In seinem äußeren Erscheinungsbild und den Brutto-Listenpreisen, die anfangs von 149.284,59 DM für die Cabrio-Ausführung bis zu 146.788,95 DM für den langen Stationswagen reichten, entsprach der G 400 CDI exakt dem G 500, der bis dahin als alleiniges Topmodell der Baureihe fungiert hatte. Auch in puncto Fahrleistungen zeigten das Diesel- und das Otto-motorisierte Spitzenmodell nahezu identische Werte. Beide stachen äußerlich durch besonders elegante Gestaltungselemente, wie silbern lackierte 18-Zoll-Leichtmetallräder mit glänzenden Radzierdeckeln, verchromte Querstege in der Kühlermaske sowie in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger heraus.

Im Mittelpunkt der Modellpflege stand die weitere Optimierung des Langstreckenkomforts und der Funktionalität. So erhielt die G-Klasse neben modifizierten Türinnenverkleidungen auch eine neu gestaltete Instrumententafel mit modernen Schaltern, übersichtlichem Kombi-Instrument und praktischer Mittelkonsole, zu der auch eine Armauflage und ein Ablagefach zwischen den Vordersitzen gehörten. Ebenfalls an Bord war eine neu entwickelte, sensorgesteuerte Klimatisierungsautomatik mit getrennter Temperaturregelung für Fahrer- und Beifahrerseite, schwenkbaren Belüftungsdüsen im Fond sowie einem leistungsfähigen Staub-Pollen-Filter. Auch die neu gestalteten Vordersitze mit elektrischer Längs- und Höhenverstellung sowie die elektrisch einstellbare Lenksäule – beides serienmäßig mit Memory-Funktion versehen – steigerten das Komfortniveau. Weitere Ausstattungsmerkmale der modellgepflegten G-Klasse waren Licht- und Scheibenwischersensor sowie der ebenso zur Serienausstattung gehörende automatisch abblendbare Innenspiegel.

Das im Herbst 1998 erstmals in der S-Klasse präsentierte innovative Bedien- und Anzeigesystem COMAND, das Autoradio, CD-Spieler, Navigationssystem, TV-Empfänger und andere Funktionen in einem Gerät vereinte, war nun auch für die G-Klasse spezifizierbar. Bei beiden V8-Modellen zählte es zum Serienumfang. Neu war die Verfügbarkeit modernster Telematik-Dienste, beispielsweise die dynamische Zielführung auf Basis aktueller Verkehrsinformationen, das automatische Notrufsystem TELEAID oder der Service TELEDIAGNOSE. In Verbindung mit TELEAID war auf Wunsch auch erstmals die innovative Sprachbedienung LINGUATRONIC erhältlich, mit der das Autotelefon und Audio-Geräte zu steuern waren.

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt/Main im September 2001 präsentierte Mercedes‑Benz den G 270 CDI als neues Basismodell mit Dieseltriebwerk. Der drehmomentstarke 2,7-Liter-Fünfzylindermotor mit Common-Rail-Direkteinspritzung, den Mercedes-Benz auch in der C-, E- und M-Klasse anbot, war im G 270 CDI auf 115 kW/156 PS justiert und stellte bereits ab 1800/min ein Drehmomentmaximum von 400 Nm zur Verfügung. Verantwortlich für die beachtlichen Leistungsdaten war vor allem die Verwendung eines sogenannten VTG-Abgasturboladers (Variable Turbinengeometrie), dessen Leitschaufeln sich je nach Lastzustand des Antriebsaggregats verstellten. Der G 270 CDI, dessen Markteinführung Anfang 2002 erfolgte, war ausschließlich als Stationswagen mit kurzem oder langem Radstand erhältlich, die Cabrio-Variante wurde nicht angeboten. Die Brutto-Listenpreise für das Diesel-Einstiegsmodell starteten ab 50.228,00 Euro.

Weitere zum Zeitpunkt der IAA eingeführte Neuerungen betrafen die serienmäßige Ausstattung mit elektronischen Regelsystemen zur Steigerung der Fahrsicherheit. So wurden ab September 2001 alle Modelle der G-Klasse mit dem Elektronischen Stabilitäts-Programm ESP® und dem Bremsassistenten BAS ausgestattet. Parallel dazu wurde der Allradantrieb, ebenfalls serienmäßig, durch den Einsatz des elektronisch gesteuerten Traktionssystems 4-ETS, das erstmals in der Mercedes-Benz M-Klasse angewendet worden war, perfektioniert. Dieses Fahrdynamiksystem verbesserte die Bodenhaftung beim Anfahren und Beschleunigen auf rutschigem Untergrund wie Nässe oder Glatteis, indem es eines oder mehrere Räder, die an Bodenhaftung verloren hatten, automatisch abbremste und damit die Vortriebskraft an den Rädern mit besserer Traktion erhöhte.

Auch nach der erfolgreichen Markteinführung der M-Klasse, die ab 1997/98 die innovative Fahrzeuggattung der „luxuriösen Sport Utility Vehicles“ (SUV) mitbegründet hatte, behielten die primär als Geländewagen positionierten Klassiker der G-Klasse ihren festen Platz im Mercedes-Benz Typenprogramm und fanden mit ihren besonderen Talenten weiterhin zahlreiche Käufer in aller Welt. 2001 war sogar ein Anstieg der Absatzzahlen um mehr als 60 Prozent zu verzeichnen, was nicht zuletzt auf den ab Oktober 2001 erfolgten, gelungenen Marktstart in den USA zurückzuführen war.

Seinen Beitrag zu den guten Verkaufsergebnissen leistete auch das inzwischen mit einem vergrößerten Antriebsaggregat aufwartende, nur auf Sonderwunsch erhältliche Spitzenmodell G 55 AMG. Auf dem regulären G 500 basierend, war es nach wie nur in Form eines gesondert zu ordernden AMG Technikpakets zu konfigurieren und wurde nicht in den allgemeinen Verkaufsunterlagen aufgeführt. Dank eines verlängerten Hubs wies der V8-Saugmotor der Baureihe M 113 nun einen Hubraum von 5439 cm³ auf, was in einer Leistungssteigerung auf 260 kW/354 PS resultierte. Die Höchstgeschwindigkeit der AMG Version, die unverändert über die charakteristische, jeweils seitlich vor den Hinterrädern nach außen weisende Abgasanlage mit je zwei Einzelendrohren verfügte, war elektronisch auf 210 km/h begrenzt.

Drei Jahre später, 2004, passend zum 25. Geburtstag der Mercedes-Benz G-Klasse, endete diese Sonderstellung, und das AMG Modell etablierte sich fortan als substanzieller Bestandteil des normalen Verkaufsangebots. Dies geschah in noch einmal massiv leistungsgesteigerter Form als G 55 AMG Kompressor. Dank des Einsatzes eines mechanischen Laders wuchs das Leistungsvolumen des 5,5-Liter-V8 von zuvor 260 kW/354 PS auf 350 kW/476 PS und ein 700 Nm erreichendes Drehmomentmaximum – Werte, die die singuläre Marktposition des Topmodells noch stärker untermauerten. Ausschließlich als Stationswagen mit langem Radstand verfügbar, belief sich der Brutto-Listenpreis der AMG Version zunächst auf 108.228,00 Euro.  

Aus Anlass des Produktionsjubiläums wurde auf dem deutschen Markt auch das umfangreich ausgestattete Sondermodell „Limited Edition“ lanciert, das auf dem Weltmarkt unter der Bezeichnung „Classic 25“ geführt wurde. Ansonsten beinhaltete zu diesem Zeitpunkt das hierzulande angebotene G-Klasse Programm wie bisher den als kurzen und langen Stationswagen lieferbaren G 270 CDI und den in allen drei Ausführungen erhältlichen G 400 CDI als besonders leistungsstarken Diesel sowie bei den Benzinern den unverändert 158 kW/215 PS bereitstellenden G 320, den G 500 – beide ebenfalls als Cabrio, Stationswagen kurz und Stationswagen lang zu haben – und den neuen G 55 AMG Kompressor. Sämtliche V8-Benzinmotoren waren nun gemäß der Euro-4-Norm zertifiziert, zudem war die Fahrwerksabstimmung der leistungsstärkeren Modelle überarbeitet und das Lenkgetriebe generell verbessert worden. Darüber hinaus verfügten nun alle Stationswagen mit langem Radstand über Windowbags, während die Fahrzeugvarianten mit kurzem Radstand jetzt nur noch als Viersitzer ausgewiesen wurden.

Im Jahr 2005, nach nunmehr 26 Produktionsjahren, fiel eine wegweisende Richtungsentscheidung bei Mercedes‑Benz: Die G-Klasse sollte auch weiterhin im Programm bleiben. Angesichts sich stetig verschärfender Zulassungsbestimmungen, beispielsweise im Rahmen des Fußgängerschutzes und der Abgasverordnungen, hatte die Frage im Raum gestanden, ob und wie man diesem einzigartigen Fahrzeug auch in Zukunft die Treue halten konnte. Mitentscheidende Grundlage für das positive Votum war die unverändert große Beliebtheit, der sich die G-Klasse weltweit erfreute. Seit 1979 waren am Produktionsstandort in Graz mehr als 185.000 Fahrzeuge entstanden.

Nach diesem positiven Grundsatzbeschluss startete die Traditionsbaureihe mit einem Sondermodell namens „Grand Edition“ ins Jahr 2006. Lieferbar für G 400 CDI und G 500 in der Ausführung Stationswagen lang, umfasste das speziell zusammengestellte Ausstattungspaket unter anderem die Sonderlackierung Allanitgrau Magno (ein mattsilberner Metallicton), exklusiv gestaltete, glanzgedrehte 18-Zoll-Leichtmetallräder, einen Zierleistensatz in gebürstetem Aluminium mit integriertem Schriftzug „Grand Edition“ sowie eine Reserveradabdeckung in Edelstahl. Der Innenraum zeigte sich durch eine Sitzausstattung in Naturleder schwarz, Holz-Zierteile in Eiche Maser natur matt, beleuchtete Einstiegsleisten sowie Editionsplaketten auf der Mittelkonsole und den vorderen Sitzen aufgewertet.

Im Sommer des Jahres wurde auch die Modellpalette noch einmal neu fokussiert: Zum einen wurde als neuer Typ der G 320 CDI präsentiert, der mit einem Dieselmotor neuester Generation ausgestattet war. Das 3,0 Liter große V6-Aggregat der Baureihe OM 642 lieferte 165 kW/224 PS und erfüllte mit serienmäßigem Dieselpartikelfilter auch die strengen Abgasgrenzwerte der Euro-4-Norm. Kombiniert war das Triebwerk mit der seit 2003 unter anderem in der E- und der S-Klasse bewährten 7-Gang-Automatik 7G-TRONIC. Dank seiner hohen Leistungsfähigkeit und des zurückhaltenden Kraftstoffkonsums ersetzte der G 320 CDI sowohl den G 270 CDI wie auch den V8-motorisierten G 400 CDI. Zur Serienausstattung des neuen Modells gehörten unter anderem Bi-Xenonscheinwerfer und Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht. Als Brutto-Listenpreise wurden zum Marktstart für das Cabrio 69.948,00 Euro, den kurzen Stationswagen 64.148,00 Euro und den langen Stationswagen 69.020,00 Euro festgelegt.

Auf der anderen Seite wurde, ebenfalls im Sommer, bei den Benzinern der seit 1997 angebotene G 320 aus dem Programm genommen. Zugleich erhielt der am oberen Ende der Modellpalette angesiedelte G 55 AMG Kompressor eine neuerliche Leistungsspritze, nach der das 5,5-Liter-V8-Triebwerk nun 368 kW/500 PS mobilisierte, bei einem gleichbleibenden Drehmomentmaximum von 700 Nm. Bei unverändert auf 210 km/h begrenzter Höchstgeschwindigkeit führte diese nächste Stufe der anhaltenden kW/PS-Evolution des AMG Modells zu einer auf 5,5 Sekunden verkürzten Zeit für den Beschleunigungssprint von 0 auf 100 km/h. Ab September stand die geschärfte Hochleistungsversion für einen Brutto-Listenpreis von 113.332,00 Euro in den Schauräumen bereit. Das Benziner-Programm umfasste damit nur noch Modelle mit überlegener Achtzylinder-Motorisierung.

Die nächste Überarbeitung der G-Klasse folgte im Frühjahr 2007. Im Mittelpunkt stand nun das Cockpit, in dem vier von Chromringen eingefasste analoge Rundinstrumente moderne gestalterische Akzente setzten. Ebenfalls in neuem Design zeigte sich das Vierspeichen-Multifunktionslenkrad, im G 320 CDI serienmäßig mit Leder bezogen, im G 500 und im G 55 AMG Kompressor in Holz-/Leder-Ausführung. Alle drei Typen profitierten von einer modifizierten Mittelkonsole mit neuen Reglern und Schaltern für die Klimaanlage sowie die Komfortfunktionen. Sie stellte nicht nur eine optische Aufwertung dar, sondern verbesserte zusätzlich die Bediensicherheit. Das in seinen Funktionalitäten weiterentwickelte Bedien- und Anzeigegerät COMAND APS gehörte bei den Modellen G 500 und G 55 AMG Kompressor zum Serienumfang, im G 320 CDI konnte es als Sonderausstattung spezifiziert werden. Im Rahmen der Aktualisierung wurden darüber hinaus neue Wunschoptionen eingeführt, beispielsweise eine Rückfahrkamera und eine Reifendruckkontrolle. Von außen waren die Fahrzeuge der aufgefrischten G-Klasse am ovalen Design der in LED-Optik gehaltenen Heckleuchten zu erkennen.

Eine besondere G-Klasse wurde im Dezember 2007 an den Vatikan geliefert: Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche hatte sich ein offenes Präsentationsfahrzeug für den Einsatz bei freundlichem Wetter gewünscht. Das auf Basis des G 500 aufgebaute neue „Papamobil“ war mit einer umklappbaren Frontscheibe und Haltebügeln ausgestattet und wie schon die Vorgängerfahrzeuge im vatikanischen Mystikweiß lackiert. Der Papst betrat das innen ebenfalls weiß ausgeschlagene Cabriolet über mit rotem Teppich belegte Stufen im Heck und absolvierte seine Audienzfahrten im Stehen, um für das Publikum gut sichtbar zu sein.

Bis zur nächsten tiefgreifenden Modellpflege, die für 2008 geplant war, ergaben sich keine weiteren nennenswerten Veränderungen an den Fahrzeugen oder dem Verkaufsprogramm der G-Klasse Baureihe 463.

AMG Modellprogramm 2004
G-Klasse W 463
00199725
Mercedes AMG Manufaktur 2004 - W 463
AMG Modellprogramm 2004
G-Klasse W 463
00199726
Mercedes AMG Manufaktur 2004 - W 463
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