PKW9000000110 Geländewagen der Baureihe 463, 2008 - 2012

Geländewagen der Baureihe 463, 2008 - 2012

Im Mai 2008 kündigte Mercedes-Benz eine erneute Aktualisierung der G-Klasse an. Das Verkaufsprogramm bestand zu diesem Zeitpunkt unverändert aus drei Modellen: dem Diesel-motorisierten G 320 CDI sowie den leistungsstarken Achtzylinder-Benzinern G 500 und G 55 AMG Kompressor. Im Rahmen der Überarbeitung wurde der G 500 ab der Markteinführung der neuen Modelle im September mit einem neuen Antriebsaggregat ausgestattet, dem 5,5 Liter großen V8 der Motorenbaureihe M 273. Das Vollaluminium-Triebwerk war eine Weiterentwicklung des bisher eingesetzten M 113 und verfügte nun im Unterschied zu diesem über Doppelnockenwellen-Zylinderköpfe und Vierventiltechnik. Der Saugmotor entwickelte eine Höchstleistung von 285 kW/388 PS bei 6000/min und stellte ein maximales Drehmoment von 530 Nm bereit – 67 kW/92 PS bzw. 74 Nm mehr als der Vorgänger. Dank dieses erheblichen Kraftzuwachses rückte das Fahrleistungspotenzial des G 500 deutlich an das des G 55 AMG Kompressor heran. Beide waren auf eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h limitiert, und nur bei der Beschleunigungsleistung hatte die AMG Version noch leichte Vorteile. Der Einsatz des neuen V8 im G 500 resultierte auch in günstigeren Kraftstoffverbrauchswerten, die im Norm-Durchschnitt um rund 2 Liter auf 14,7-14,9 Liter auf 100 km sanken.

Sämtliche angebotenen Modelle vollzogen außerdem den Anschluss an die neueste Konnektivitätstechnik: Serienmäßig vorhanden war eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung für das Mobiltelefon, und auf Wunsch war ein Media-Interface zu haben, das einen externen Musikspeicher mit der Bordelektronik sowie dem Bediensystem des jeweiligen Fahrzeugs verband. Äußerlich gab sich die überarbeitete G-Klasse durch einen geänderten Kühlergrill mit drei Lamellen zu erkennen, der G 500 rollte darüber hinaus auf neu gestalteten 18-Zoll-Leichtmetallrädern.

Den neuen Kühlergrill zeigte auch der aktualisierte G 55 AMG, dessen Markteinführung ebenfalls im September 2008 erfolgte. Ihn kennzeichneten allerdings neue 19-Zoll-Leichtmetallräder im AMG-Design. Sein Hochleistungstriebwerk mit Kompressoraufladung, unverändert der Motorenbaureihe M 113 zugehörig, war nun auf 373 kW/507 PS justiert. An Bord des G 55 AMG war auch ein neues ESP®-Steuergerät, das dynamische Fahrmanöver präziser als bisher erkannte und so die Fahrstabilität weiter optimierte.

Die Brutto-Listenpreise für den G 500 lagen bei der Neueinführung zwischen 91.392,00 Euro für den langen Stationswagen und 92.344,00 Euro, die für das Cabrio berechnet wurden. Der G 55 AMG Kompressor, ausschließlich als langer Stationswagen lieferbar, war mit 119.238,00 Euro ausgewiesen.

Größter Markt für die G-Klasse war zum Jahr 2008 Deutschland mit einem Anteil von 30 % am Gesamtabsatz, gefolgt von den USA mit rund 20 %. Der Dieselanteil betrug insgesamt rund 40 %. In den USA wurden ausschließlich der lange Stationswagen als G 500 und G 55 AMG beziehungsweise später der G 55 AMG Kompressor angeboten. Insgesamt waren seit der Einführung der G-Klasse im Jahr 1979 rund 200.000 Fahrzeuge an Kunden in aller Welt ausgeliefert worden.

Ein wichtiger, aber weniger im Rampenlicht stehender Bestandteil der Modellpalette war nach wie vor der G-Guard auf Basis des G 500 Stationswagens mit langem Radstand. Die rundum gepanzerte und nach den Widerstands- bzw. Beschussklassen VR6 oder VR7 zertifizierte G-Klasse bot Schutz gegen Hand-/Faust- und Langfeuerwaffen sowie gegen Sprengladungen definierter Größe.

Den 2009 anstehenden 30. Geburtstag der G-Klasse feierte Mercedes‑Benz bei der Baureihe 463 mit dem Sondermodell EDITION30. Äußerlich unterschied sich diese auf Basis des G 500 kreierte und ausschließlich als langer Stationswagen lieferbare Ausführung durch die designo Lackierung in Platinschwarz, speziell gestaltete Leichtmetallräder und einen EDITION30-Schriftzug auf den Kotflügeln. Im Innenraum des G 500 schuf eine designo Lederausstattung im Farbton „chablis", kombiniert mit ebenfalls dem designo Programm entstammenden Holzzierteilen in Pappel anthrazit, eine ausgesprochen exklusive Atmosphäre. Bestellbar war das Editionsmodell ab Mitte Februar zu Brutto-Listenpreisen ab 97.461,00 Euro.

Weitere Verfeinerungen der Ausstattung nahm Mercedes-Benz bei den G-Klasse Modellen der Baureihe 463 Mitte 2009 vor: Im Mittelpunkt stand eine neue Sitzanlage mit ergonomisch optimierten Vordersitzen, die noch mehr Komfort und Seitenhalt boten. Im Rahmen der Überarbeitung wurde auch die Hecksitzbank modernisiert und an das Design von Fahrer- und Beifahrersitz angepasst. Zur Wahl standen in Schwarz oder Grau gehaltene Stoffpolsterungen sowie eine Lederausstattung, die in den Tönen Schwarz, Grau oder Kastanie zu ordern war. Neu im Angebot waren auch die besonders edlen designo Lederpolsterungen in Classicrot oder Schwarz sowie designo Holzzierteile in Klavierlack Schwarz. Als spezielles Highlight waren im designo Programm von Anfang 2010 auch Interieur-Zierelemente mit einer Oberfläche aus Steinfurnier im Farbton Labrador Blue-Pearl für die G-Klasse verfügbar. Darüber hinaus steigerten Sonderausstattungen wie die indirekte Ambiente-Innenraumbeleuchtung, eine lederbezogene Instrumententafel, ein umfassendes Chrompaket sowie ein Media-Interface zum Anschluss von iPod, USB- oder AUX-Geräten zusätzlich das Komfortniveau im Innenraum.

Ebenfalls Mitte 2009 wurde der seit rund drei Jahren im Verkaufsprogramm befindliche G 320 CDI, einziges Diesel-motorisiertes Fahrzeug der Modellpalette, umbenannt. Nun als G 350 CDI bezeichnet, blieb er, technisch völlig unverändert, aber nur bis zum Folgejahr auf dem Inlandsmarkt vertreten. Abgelöst wurde er bereits im Sommer 2010 durch den neuen Typ G 350 BlueTEC. Damit hielt auch in der G-Klasse die von Mercedes-Benz entwickelte hochmoderne Technologie zur Emissionsreduzierung bei Dieselfahrzeugen Einzug. BlueTEC arbeitete mit AdBlue®, einer wässrigen Harnstofflösung, die in den Abgasstrom eingespritzt wurde. Dadurch wurde Ammoniak freigesetzt, das im nachgeschalteten SCR-Katalysator bis zu 80 % der Stickoxide zu unschädlichem Stickstoff und Wasser reduzierte. Da die G-Klasse ihrem Einsatzzweck entsprechend oft in abgelegenen Weltgegenden eingesetzt wurde, hatten die Ingenieure zur Vereinfachung der Handhabung die Nachfüll-Öffnung für die AdBlue®-Flüssigkeit in die außen liegende Tankmulde des Fahrzeugs integriert. Der Inhalt des AdBlue®-Zusatztanks reichte für rund 12.000 Kilometer.

Der im G 350 BlueTEC eingesetzte V6-Diesel OM 642 wies infolge der Emissionsminderungsmaßnahmen zwar eine leichte Leistungseinbuße von 165 kW/224 PS im G 350 CDI auf 155 kW/211 PS bei identischer Nenndrehzahl von 3800/min auf, stellte aber denselben Drehmomentbestwert von 540 Nm bereit, der über ein Drehzahlband von 1600 bis 2400/min abrufbar war. Vor allem aber bot das BlueTEC-Modell im Vergleich zum Vorgänger, bei nur minimalen Nachteilen in puncto Fahrleistungen, ein deutlich niedrigeres Emissionsniveau und unterbot sogar die Grenzwerte der Euro-5-Norm. Dabei konnte insbesondere der NOx-Ausstoß um rund 50 % reduziert werden.

Zum Marktstart begannen die Brutto-Listenpreise für den zunächst in allen drei Aufbauvarianten erhältlichen G 350 BlueTEC bei 74.839,10 Euro, die für den Stationswagen mit kurzem Radstand zu entrichten waren, und reichten über 80.194,10 Euro für den langen Stationswagen bis zu 81.146,10 Euro für das Cabrio. Für den kurzen Stationswagen, dessen Ausführung intern BA3 genannt wurde, begann damit zugleich der letzte Fertigungszyklus. In den Versionen G 350 BlueTEC und G 500 lieferbar, verblieb er nur noch bis zum Sommer 2012 im Verkaufsprogramm.

 

Mercedes-Benz Guard-Fahrzeuge, ab 2006, von links nach rechts: E-Klasse Limousine, Baureihe 211, S-Klasse Pullman Limousine und S-Klasse Limousine, Baureihe 221, G-Klasse, Baureihe 463. Aufnahme in Stuttgart-Möhringen/Deutschland.
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E-Klasse Guard, Limousine - W 211, G-Klasse Guard - W 463, S-Klasse Guard - W 221, S-Klasse Pullman Guard - VV 221
Mercedes-Benz G-Klasse, Geländewagen, Baureihe 463. Die Daimler AG spendet 50 Fahrzeuge, darunter auch Lastkraftwagen, an die Nippon Foundation, um Rettungsmaßnahmen und den Wiederaufbau im Tsunami-Gebiet im Nordosten Japans zu unterstützen.
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G-Klasse, Geländewagen - W 463
Mercedes-Benz G 500 "Edition 30", Geländewagen, Baureihe 463, 2009. 18-Zoll-Leichtmetallräder 4-fach sowie designo Lackierung Platinschwarz, Lederausstattung einfarbig Chablis und Zierteile Pappel Anthrazit sowie Zierplaketten.
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G 500 "Edition 30", Geländewagen - W 463
Mercedes-Benz G 350 BlueTEC, Station-Wagen lang, Geländewagen, Baureihe 463, 2010. Iridiumsilber Metallic, 18-Zoll-Leichtmetallräder im 6-Speichen-Design, glanzgedreht (Sonderausstattung).
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G 350 BlueTEC, Geländewagen - W 463
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