Mit der Präsentation einer neuen Fahrzeuggeneration im Frühsommer 2011 zielte Mercedes-Benz darauf ab, die führende Rolle der M-Klasse im mit starken Zuwachsraten aufwartenden Segment der mittelgroßen Sport Utility Vehicles weiter zu konsolidieren. Entsprechend hatte die neue Baureihe W 166 in nahezu allen Bereichen technische Weiterentwicklungen zu bieten, die im Vergleich zur Vorgängergeneration gewissermaßen Quantensprünge darstellten. Besonders im Fokus gestanden hatten dabei die Themen Energieeffizienz, passive Sicherheit, Fahrkomfort gepaart mit Fahrdynamik sowie die Gestaltung des Interieurs.
Antriebseitig resultierte der Einsatz einer hochmodernen Motorenpalette in Verbindung mit dem Ausbau des BlueEFFICIENCY Maßnahmenpakets sowie flankierend der klassenbeste cW-Wert von 0,32 in einem Kraftstoffverbrauchsniveau, das im SUV-Segment neue Maßstäbe setzte. Sowohl für diesel- wie für benzinbetriebene Modelle der neuen M-Klasse standen je nach Motorisierung und Ausstattung Verbrauchs- und, dazu korrespondierend, Reduzierungen bei den CO₂-Emissionen von zwischen 24 und 28 % zu Buche. Darüber hinaus verfügten alle angebotenen Dieseltriebwerke über die BlueTEC Technologie und erfüllten entsprechend die Abgasnorm Euro 6.
Das Motorenprogramm umfasste zum Zeitpunkt der Markteinführung im November 2011 zwei Dieselaggregate und einen Ottomotor. Der ML 250 BlueTEC 4MATIC war mit dem knapp 2,2 Liter großen, besonders effizienten Vierzylinder-Selbstzünder der Baureihe OM 651 ausgerüstet, der mit einer Spitzenleistung von 150 kW/204 PS unter anderem bereits in der S-Klasse überzeugt hatte. Darüber rangierte der ML 350 BlueTEC 4MATIC, dessen bekannter 3,0-Liter-Diesel-V6 der Motorenfamilie OM 642 tiefgreifend überarbeitet worden war und nun 190 kW/258 PS bereitstellte. Für allseitige Verblüffung sorgten die nach gültiger NEFZ-Norm ermittelten Verbrauchsangaben beider Modelle: Für den ML 250 BlueTEC wurden Werte von 5,8 bis 6,5 Liter pro 100 Kilometer angegeben, womit dieses Modell zum sparsamsten SUV seiner Klasse avancierte; kaum durstiger präsentierte sich der ML 350 BlueTEC 4MATIC, der sich als leistungsstarker Sechszylinder mit 6,8 bis 7,2 Liter auf 100 Kilometer begnügte.
Der 3,5 Liter Hubraum aufweisende V6-Benziner im ML 350 4MATIC BlueEFFICIENCY gehörte der Baureihe M 276 an und zählte zur BlueDIRECT Motorengeneration, die mit der dritten Evolutionsstufe der Benzin-Direkteinspritzung ausgestattet war. Dadurch konnten auch hier deutliche Effizienzsteigerungen herbeigeführt werden: Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch des Otto-motorisierten Modells betrug nach NEFZ-Norm nur noch 8,5 bis 8,8 Liter auf 100 Kilometer.
Beide Sechszylindertriebwerke zeichneten sich gegenüber ihren Vorgängern nicht nur durch merklich gesteigerte Spitzenleistungen, sondern auch verbesserte Drehmomentmaxima aus: Für den ML 350 BlueTEC 4MATIC wurden statt früher 540 Nm nun 620 Nm angegeben, und beim Benziner ML 350 4MATIC BlueEFFICIENCY sorgten jetzt 370 Nm statt der bisherigen 350 Nm für ein noch ausgeprägteres Durchzugsvermögen über das gesamte Drehzahlspektrum.
Einen erheblichen Beitrag zum günstigen Verbrauchsverhalten leisteten zudem flankierende Maßnahmen wie zum Beispiel das neue siebenstufige Automatikgetriebe 7G-TRONIC PLUS, das über einen optimierten Wirkungsgrad verfügte, die serienmäßige ECO Start-Stopp-Funktion sowie reibleistungsminimierte Achsgetriebe und rollwiderstandsreduzierte Reifen. Umschlossen wurde dieses Technikpaket von einem Karosseriekörper, der die neue M-Klasse mit einem Luftwiderstandsbeiwert von cW 0,32 (ML 250 BlueTEC 4MATIC) zum strömungsgünstigsten SUV seiner Klasse machte. Weiterer aerodynamischer Feinschliff, von abgedichteten Trennfugen zwischen Motorhaube und Scheinwerfer bis zu einem Seitenspoiler auf der Heckscheibe, war ebenfalls Teil dieses bedeutenden Entwicklungsfortschritts.
Ungeachtet der ausgefeilten Aerodynamik besaß die neue M-Klasse eine markante optische Präsenz, die sie unverkennbar als Mitglied der Mercedes-Benz Pkw-Familie auswies und zugleich SUV-typische Gestaltungsmerkmale zur Geltung brachte. Dazu gehörten in der Frontansicht eine nach M-Klasse Tradition kraftvoll gezeichnete Kühlermaske mit zentralem Mercedes-Stern, Scheinwerfer in modernisiertem Design, in die Stoßfänger integrierte LED-Tagfahrleuchten sowie ein höhergezogener, großflächiger Unterschutz in Chromoptik. Während die kurzen Überhänge vorne und hinten eher die Offroad-Talente der neuen M-Klasse adressierten, setzten die nach hinten abfallende Dachlinie mit großem Dachspoiler sowie die gestreckten Fahrzeugflanken sportliche Akzente. Die Ausführung der C-Säule spiegelte dagegen klassische Gestaltungsmuster der SUV-Modellreihe wider und verlieh ihr einen hohen Wiedererkennungswert. Das Heck dominierte der Stoßfänger mit integriertem Ladekantenschutz in Chromoptik. Abgerundet wurde der äußere Auftritt der neuen M-Klasse durch eine breite Auswahl an unterschiedlich gestalteten Leichtmetallrädern, die in den Formaten 17 bis 21 Zoll zur Verfügung standen.
Ein weiterer zentraler Entwicklungsfokus der neuen M-Klasse lag – wie bei allen Mercedes-Benz Fahrzeugen – auf dem Thema Sicherheit. Als Basis fungierte hier eine hochstabile Fahrgastzelle mit vorderen und hinteren Verformungszonen, ergänzt um einen wirkungsvollen Seitenaufprallschutz. Hoch- und höchstfeste Stähle im Bereich der A-Säule sowie der über die gesamte Fahrzeugbreite ausgesteiften Bodenstruktur sorgten im Verbund mit intelligent definierten Kraftpfaden besonders bei einem Frontalaufprall für eine noch homogenere Verzögerung sowie eine reduzierte Spitzenbelastung der Fahrzeugpassagiere. Diesem Ziel diente auch eine Energie absorbierende Lenksäule, die sich unter Krafteinwirkung um bis zu 100 mm zusammenschob.
Weiterhin bot eine Vielzahl modernster Rückhaltesysteme bestmöglichen Schutz. An Bord waren – neben Gurtstraffer und Kraftbegrenzer – unter anderem adaptive, zweistufige Airbags für Fahrer und Beifahrer, ein fahrerseitiger Kneebag, kombinierte Thorax-/Pelvisbags für Fahrer und Beifahrer sowie von der A- bis zur C-Säule reichende Windowbags. Optional waren Sidebags auch für die hintere Sitzreihe verfügbar.
Unter dem griffigen Schlagwort „Elektronische Knautschzone“ subsummierte Mercedes-Benz die zahlreichen passiven und aktiven Assistenzsysteme, die zur Erreichung des bestmöglichen Unfallschutzes eingesetzt wurden und teilweise zum serienmäßigen Ausstattungsumfang gehörten oder aber auf Wunsch spezifizierbar waren. Die neue M-Klasse verfügte standardmäßig beispielsweise über die Müdigkeitserkennung ATTENTION ASSIST, das vorausschauende Sicherheitssystem PRE-SAFE®, eine Reifendruckverlust-Warnung, das Adaptive Bremslicht sowie den Brems-Assistenten BAS. Optional waren unter anderem das Intelligent Light System (ILS), der Nachtsicht-Assistent Plus mit Personenerkennung, der Geschwindigkeitslimit-Assistent, Spurhalte- und Totwinkel-Assistent, der Abstandsregel-Tempomat DISTRONIC PLUS, BAS PLUS sowie die PRE-SAFE® Bremse mit autonomer Bremsfunktion erhältlich.
Auf den modernsten technischen Stand gebracht, präsentierte sich auch die Fahrwerkstechnologie der neuen M-Klasse, deren sämtliche Modellversionen serienmäßig den permanenten Allradantrieb 4MATIC samt elektronischer Traktionssteuerung 4ETS aufwiesen. Bereits in dieser Grundkonfiguration bot die erstmals mit selektiver Dämpfung ausgerüstete Stahlfederung dynamisches Handling im Straßenbetrieb und erhöhte Geländegängigkeit. Jedoch meisterte das auf Wunsch spezifizierbare volltragende Luftfedersystem AIRMATIC mit dem Adaptiven Dämpfersystem ADS II den Spagat zwischen On- und Offroad-Betrieb mit seinen zum Teil gegenläufigen Anforderungen noch besser. Eine geschmeidige, beladungsunabhängige Grundabstimmung bot hier in jedem Fahrzustand auf und abseits der Straße optimalen Komfort, während das elektronisch gesteuerte, radselektiv regelnde Dämpfungssystem ADS II dem Fahrzeug auch in kritischen Fahrzuständen maximale Stabilität verlieh.
Einen weiteren Schritt in Richtung perfektionierter Fahrdynamik stellte die optional zur Wahl stehende aktive Wankstabilisierung ACTIVE CURVE SYSTEM dar, die mit der AIRMATIC und dem ON&OFFROAD-Paket kombinierbar war. Das System arbeitete mittels aktiver Querstabilisatoren an Vorder- und Hinterachse, die in Abhängigkeit von der jeweiligen Querbeschleunigung automatisch in ihrer Wirksamkeit moduliert wurden und so die Bewegungen des Karosserieaufbaus mit seinem SUV-typisch erhöhten Schwerpunkt bedarfsgerecht limitierten.
Das ebenfalls auf Wunsch lieferbare ON&OFFROAD-Paket verfügte über sechs Fahrprogramme zur individuellen Antriebssteuerung. Neben einem Automatikprogramm waren drei On- und zwei Offroad-Fahrprogramme manuell vorwählbar. Diese sorgten durch eine Vernetzung der verschiedenen elektronischen Regelsysteme für eine bis an die physikalischen Grenzen reichende Optimierung von Fahrdynamik und Fahrsicherheit auf und abseits der Straße. Die beiden Offroad-Programme waren auf leichten bzw. anspruchsvollen Geländeeinsatz abgestimmt, die drei Straßen-Programme deckten die Bereiche sportliches Fahren auf kurvenreicher Strecke, Winter- sowie Anhängerbetrieb ab.
Besonderes Augenmerk legten die Entwickler der neuen M-Klasse auch auf eine nachhaltige Verbesserung des Geräusch- und Schwingungskomforts. So wurden zahlreiche konstruktive Maßnahmen ergriffen, um vor allem im Langstreckeneinsatz das markentypische Wohlfühlambiente herzustellen. Einen nicht minder großen Beitrag hierzu leistete naturgemäß auch das völlig neu gestaltete Interieur, das ein authentisches SUV-Erlebnis mit der Anmutungsqualität einer Mercedes-Benz Oberklasse-Limousine kombinierte. Geschliffenes Aluminium, edle Hölzer und hochwertige Bezugsmaterialien sowie die harmonische Gesamtgestaltung schufen eine gehobene Innenraum-Atmosphäre.
M-Klasse Passagiere profitierten zudem von gegenüber der Vorgängergeneration um 34 mm vorn und 25 mm hinten vergrößerter Ellbogenfreiheit, die in einem luftigeren Raumgefühl resultierte. Im neuen Vier-Speichen-Multifunktionslenkrad waren 12 Bedientasten für Funktionen wie Radio, Reiserechner u. a. eingelassen. Zusätzlich befanden sich die Schaltpaddles und der DIRECT-SELECT-Wählhebel des 7G-TRONIC PLUS Automatikgetriebes unmittelbar am Lenkrad bzw. in direkter Lenkradnähe.
Blickfang, der mit breitenbetonter Optik aufwartenden Armaturentafel, war ein großes Zierteil, das wahlweise in vier unterschiedlichen Holzvarianten oder Aluminium ausgeführt werden konnte. Unmittelbar vor dem Fahrer präsentierte sich das zwei große Rundinstrumente und ein dazwischen angeordnetes 11,4-cm-Display umfassende Kombiinstrument. In der Mitte der Armaturentafel war ein je nach Ausstattung unterschiedlich großes Zentraldisplay positioniert, auf dem der jeweils aktuelle Funktionalitätsstatus des Infotainmentsystems visualisiert wurde. Manuell gesteuert wurden diese über den auf der Mittelkonsole platzierten Controller.
Vier Ausstattungsfarben waren lieferbar, die mit verschiedenen, in sechs Farbausführungen bereitstehenden Bezugsmaterialien kombiniert werden konnten und auf diese Weise Raum zur Individualisierung boten. Zudem bestand die Wahl zwischen drei Sitz- und zwei Sportsitzvarianten. Die Lehnen der Fondsitzanlage waren jeweils im Verhältnis 1/3 zu 2/3 teilbar und wiesen darüber hinaus eine gesonderte Durchlademöglichkeit auf. Bei maximaler Ausnutzung des Raumangebots bis zum Dachhimmel betrug das Ladevolumen rund 2010 Liter.
Aus Anlass der Markteinführung der Baureihe W 166 legte Mercedes-Benz auch wieder ein limitiertes Sondermodell namens Edition 1 auf, das besonders reichhaltig ausgestattet war und zum Beispiel mit dem AMG Sport-Paket Exterieur und einem besonders exklusiv ausstaffierten Interieur aufwartete.
Die Spanne der für die neuen M-Klasse Modelle ausgewiesenen Brutto-Listenpreise reichte von 54.978,00 Euro für den ML 250 BlueTEC 4MATIC bis zu 58.726,50 Euro, die für den ML 350 BlueTEC 4MATIC fällig wurden. Exakt dazwischen ordnete sich mit 56.763,00 Euro der Benziner ML 350 4MATIC BlueEFFICIENCY ein. Die Brutto-Listenpreise für die Edition 1 Sondermodelle starteten im Fall des Vierzylinder-Dieselmodells bei 66.283,00 Euro.
Zeitlich parallel zur Markteinführung der regulären Modelle im November 2011 wurde die Performance-Version der neuen M-Klasse vorgestellt. Der ML 63 AMG bot eine singuläre Mischung aus überlegenem Leistungspotenzial, hoher Effizienz, sportlich-exklusivem Auftritt und vorteilhafter Praktikabilität. Herzstück des Hochleistungs-SUV war der neue 5,5 Liter große Biturbo-V8, der mit richtungweisenden Konstruktionsmerkmalen wie zum Beispiel einer Vollaluminium-Kurbelgehäuse, Vierventiltechnik mit Nockenwellenverstellung, einer Luft-Wasser-Ladeluftkühlung und der strahlgeführten Benzin-Direkteinspritzung neuester Generation aufwartete. Ebenfalls zur hohen Effizienz des Triebwerks trugen ein ECO Start-Stopp-System sowie ein Generatormanagement bei.
Als Spitzenleistung des Biturbo-V8 standen 386 kW/525 PS sowie ein Drehmomentmaximum von 700 Nm zu Buche. Wer das optional verfügbare „AMG Performance Package“ orderte, wurde durch eine Erhöhung des Ladedrucks von 1,0 auf 1,3 bar mit einer zusätzlichen Leistungsspritze auf 410 kW/557 PS sowie einem auf 760 Nm erhöhten Drehmomentmaximum belohnt. Die auf diesem Niveau möglichen Fahrleistungen standen denen hochkarätiger Sportwagen in nichts nach. Für den klassischen Beschleunigungssprint von 0 auf 100 km/h benötigte der ML 63 AMG in Normalversion lediglich 4,8 Sekunden, mit AMG Performance Package 4,7 Sekunden. In Sachen Höchstgeschwindigkeit blieb es für beide Varianten standardmäßig bei der elektronischen Abregelung auf 250 km/h; dieses Limit wurde jedoch im Rahmen der Sonderausstattung „AMG Driver's Package“ auf 280 km/h heraufgesetzt. Trotz des außergewöhnlichen Fahrleistungspotenzials zeigte sich der durchschnittliche Kraftstoff-Normverbrauch mit 11,8 Liter Super Plus pro 100 Kilometer gegenüber dem Vorgängermodell deutlich reduziert.
Zahlreiche effizienzsteigernde Maßnahmen waren ergriffen worden, um solche im Segment der Hochleistungs-SUV unüblich niedrigen Verbrauchs- und damit Emissionswerte erzielen zu können. So verfügte etwa das serienmäßige und mit drei Fahrprogrammen ausgestattete AMG SPEEDSHIFT PLUS 7G-TRONIC Automatikgetriebe über einen Fuel-Economy-Wandler mit erhöhtem Wirkungsgrad sowie reibleistungsreduzierte Lager. Darüber hinaus kamen ebenfalls reibleistungsreduzierte Achsgetriebe, eine elektro-mechanische Lenkung sowie ein optimierter Riemenantrieb zum Einsatz. Die bedarfsgerechte Steuerung sämtlicher Nebenaggregate und Pumpen sowie ein um 40 kg verringertes Fahrzeuggewicht leisteten gleichfalls einen relevanten Beitrag zur deutlich optimierten Verbrauchsökonomie des neuen ML 63 AMG.
Der permanente AMG Allradantrieb 4MATIC – nach bekannter Manier mit einer Verteilung der Antriebsmomente von 40 % auf die Vorder- und 60 % auf die Hinterachse versehen – stellte hohe Agilität sicher. Generell war die Grundkonfiguration des Fahrwerks auf aktives Fahren abgestimmt: Serienmäßig an Bord war die volltragende Luftfederung AIRMATIC samt adaptiver Dämpfersteuerung und Niveauregulierung, nun erstmals in Kombination mit der aktiven Wankstabilisierung ACTIVE CURVE SYSTEM, die Fahrstabilität und Sicherheit speziell bei hohen Tempi noch weiter verbesserte. Bei der AIRMATIC konnten die Fahrwerksmodi „Comfort“, „Sport“ und „Manuell“ vorgewählt werden. Deren individueller Charakter wurde unter Vernetzung von Federung, Dämpfung und Wankstabilisierung mit Blick auf höchstmögliche Fahrstabilität und bestmöglichen Fahrkomfort in Abhängigkeit vom aktuellen Fahrzustand jeweils optimal moduliert.
Eine auf das Fahrdynamik-Potenzial des ML 63 AMG abgestimmte Elastokinematik an der Vorderachse sowie die serienmäßige AMG Sport-Parameterlenkung erhöhten im Zusammenspiel mit Leichtmetallrädern der Dimension 9,0 x 20 Zoll und Reifen im Format 265/45 Lenkpräzision wie Kurvengrip. Auf Wunsch standen auch AMG Leichtmetallräder der Größe 10 x 21 Zoll bereit, auf die Reifen der Dimension 295/35 aufgezogen waren. Ähnlich großzügig fiel die Spezifikation der an Bord befindlichen AMG Hochleistungs-Bremsanlage aus: Diese verfügte rundum über belüftete und gelochte Bremsscheiben, vorne mit einem Durchmesser von 390 mm und hinten mit einem von 345 mm.
Wie alle Modelle der neuen M-Klasse profitierte auch der ML 63 AMG von der Umsetzung eines ganzheitlich gedachten, integralen Sicherheitskonzepts. Eine hochstabile Fahrgastzelle mit Verformungszonen vorn und hinten, bis zu neun Airbags sowie zahlreiche, im Serienumfang enthaltene aktive Sicherheitssysteme wie zum Beispiel der Bremsassistent BAS, die Müdigkeitserkennung ATTENTION ASSIST, PRE-SAFE®, eine Reifendruckkontrolle oder das Adaptive Bremslicht boten eine Sicherheitsmarge, die im SUV-Segment Maßstäbe setzte. Ergänzend stand eine große Palette von Assistenzsystemen optional zur Verfügung, zum Beispiel der aktive Spurhalte-Assistent oder der aktive Totwinkel-Assistent.
Das äußere Erscheinungsbild des ML 63 AMG war eher dezent als spektakulär gehalten. Akzente setzten, wie stets, die typischen AMG Stylingelemente, vorne etwa die Kühlermaske mit in Hochglanz schwarz lackierten Lamellen und die Frontschürze mit einer Zierspange in Silberchrom matt sowie großformatigen Luftöffnungen. Exklusiv dem ML 63 AMG vorbehalten waren um jeweils 10 mm verbreiterte vordere Kotflügel mit „V8 BITURBO“ Logo. AMG Seitenschwellerverkleidungen gaben den Wagenflanken ein sportlich gestrecktes Aussehen. Am Heck nahm die dominierende AMG Heckschürze das Gestaltungsprinzip der Frontschürze auf und präsentierte sich ebenfalls mit einer Zierspange in Silberchrom matt und – hier nur angedeuteten – schwarzen Luftaustrittsöffnungen. Prominent positioniert waren die je zwei einzeln sichtbaren Doppelendrohre der AMG Sportabgasanlage.
Im Interieur des ML 63 AMG kreierten unter anderem lederbezogene AMG Sportsitze, im AMG spezifischen Design gehaltene Türverkleidungen, ein unten abgeflachtes AMG Vierspeichen-Sportlenkrad sowie zahlreiche exklusive Details – etwa ein eigenständig konfiguriertes Kombiinstrument, AMG Einstiegsleisten und die AMG Sport-Pedalanlage – eine sportlich-luxuriöse Atmosphäre. Ebenfalls zum Serienumfang zählte ein elektrisches Glasschiebedach.
Abgesehen davon waren der weiteren Individualisierung von In- und Exterieur kaum Grenzen gesetzt. So standen zum Beispiel auf Wunsch die besonders verfeinerten Innenausstattungselemente des designo Programms oder die eher funktional ausgerichteten Zusatzausstattungen des AMG Performance Studios zur Verfügung. Darüber hinaus wurde eine Vielzahl einzelner Sonderausstattungen offeriert, etwa die elektrisch zu bedienende EASY PACK-Heckklappe, die Komfort-Klimatisierungsautomatik THERMOTRONIC, das Intelligent Light System ILS, das Multimedia System COMAND Online oder das harman/kardon® Logic7 Surround-Soundsystem.
Die Markteinführung des ML 63 AMG erfolgte im April 2012 zu einem Brutto-Listenpreis von 108.885,00 Euro. Das optional erhältliche AMG Performance Package wurde mit 7.021,00 Euro und das AMG Driver’s Package mit 3.213,00 Euro berechnet.
Ab Sommer 2012 wurde am Mercedes-Benz Fertigungsstandort Tuscaloosa/Alabama (USA) eine Modellversion der M-Klasse Baureihe W 166 in Produktion genommen, die dem nordamerikanischen Markt vorbehalten war: der heckgetriebene ML 350. Bis auf den fehlenden 4MATIC Antrieb entsprachen dessen technische Spezifikationen denen des Allradmodells. Der ML 350 fungierte zunächst als preisgünstigeres und aufgrund seines Gewichtsvorteils weiter verbrauchs- und emissionsreduziertes Einsteigermodell in die Welt des Mercedes-Benz Midsize-SUV.
Das allgemeine M-Klasse Portfolio ergänzte im Frühherbst desselben Jahres eine dritte Motorisierungsoption im Bereich der Benzintriebwerke. Künftig füllte der neue ML 500 4MATIC BlueEFFICIENCY die zwischen dem ML 350 4MATIC BlueEFFICIENCY und der High-Performance-Version ML 63 AMG vorhandene Lücke in der Leistungspyramide. Unter der Motorhaube des Neuzugangs arbeitete ein zwei Jahre zuvor eingeführter, 4,7 Liter großer V8, der ebenfalls der BlueDIRECT Motorenfamilie M 278 entstammte. Das mit zwei Turboladern und einer Benzin-Direkteinspritzung der dritten Generation ausgerüstete Aggregat stellte eine Spitzenleistung von 300 kW/408 PS und einen Drehmomentbestwert von 600 Nm bereit. Gegenüber dem gleichnamigen, aber noch mit dem 5,5 Liter großen V8-Saugmotor der Baureihe M 273 versehenen Vorgänger bedeutete das einen Leistungszuwachs um 15 kW/20 PS. Gleichzeitig konnte durch modernste Technologien zur Effizienzsteigerung der durchschnittliche Kraftstoff-Normverbrauch des neuen Modells gegenüber dem alten um 16 % auf 11,0 bis 11,5 Liter pro 100 Kilometer reduziert werden.
Als Brutto-Listenpreis für den ML 500 4MATIC BlueEFFICIENCY wurden zum Zeitpunkt seiner Markteinführung 75.029,50 Euro festgesetzt.
Ebenfalls zum Start des Modelljahrs 2013 kam es für die komplette Palette der M-Klasse Modelle zur serienmäßigen Einführung einiger neuer Ausstattungselemente. Dazu gehörten unter anderem die Kollisionswarnung COLLISION PREVENTION ASSIST inklusive adaptivem Bremsassistenten sowie im Interieur ein neues, nun mit nahezu fotorealistischer Darstellung der Anzeigeinhalte aufwartendes TFT-Display zwischen den beiden Rundinstrumenten des Cockpits. Darüber hinaus gab es zur optischen Auffrischung neue Lackfarben.
Als Sonderausstattung war jetzt unter anderem der Aktive Parkassistent zu haben, der nicht nur automatisch Ein- und Ausparkmanöver vollführte, sondern auch selbsttätig passende Parklücken ausfindig machte. Die optionalen Multikontursitze warteten zusätzlich mit neuen Massagefunktionen und reversierender Sitzkühlung auf. Erstmals auf Wunsch verfügbar war zudem ein Bang & Olufsen BeoSound AMG High-End-Surround-Soundsystem mit 14 Lautsprechern und einer Gesamtleistung von 1400 Watt.
Im Sommer 2013 rüstete Mercedes-Benz – in Fortführung einer mehr als 80 Jahre währenden Tradition – auch den amtierenden Papst Benedikt XVI. mit einem sogenannten „Papamobil“ aus, das bei allen Reisen und öffentlichen Auftritten des katholischen Kirchenoberhaupts mitgeführt und eingesetzt wurde. Als Papamobil verfügte die als Basisfahrzeug dienende, speziell angefertigte M-Klasse über einen Sonderaufbau mit schusssicherer Glaskuppel im Heckbereich; ebenfalls vorhanden war dort eine Einstiegshilfe in Form einer ausfahrbaren Stufe. Das neue Papamobil bot dank eines grundlegend überarbeiteten Innenraumkonzepts mehr Bewegungsfreiheit sowie einen vergrößerten Sichtbereich und war, wie schon die Vorgängermodelle, im Farbton Diamantweiß lackiert. Die Schlüsselübergabe für das neue Papamobil nahm der Vorstandsvorsitzende der damaligen Daimler AG, Dr. Dieter Zetsche, Anfang Juli 2013 persönlich in Rom vor.
Um in ähnlicher Weise auch institutionellen und privaten Kundenkreisen Sonderschutzvarianten der M-Klasse anbieten zu können, hatte Mercedes-Benz bereits im Frühjahr die Modelle ML 350 BlueTEC Guard 4MATIC und ML 500 Guard 4MATIC ins Programm aufgenommen. Während die Diesel-motorisierte Variante in der Hochschutz-Ausführung VR4 verfügbar war, konnte das Benzinermodell in den Ausführungen VR4 und VR6 geordert werden. Zu den obligatorischen Merkmalen der Guard-Fahrzeuge gehörten unter anderem die zertifiziert geschützte Fahrgastzelle, eine Hochschutz-Polycarbonatverglasung sowie ein verstärktes Fahrwerk. In technischer Hinsicht entsprachen die Sonderschutzvarianten weitestgehend den regulären M-Klasse Modellen.
Ins reguläre Lieferprogramm der Baureihe W 166 wurde im Sommer 2013 auch der zunächst nur für den Export bestimmte ML 400 4MATIC aufgenommen. Die neue Version verbreiterte nicht nur das Angebot an Otto-motorisierten M-Klasse Modellen, sondern verkleinerte die zwischen dem 225 kW/306 PS starken ML 350 4MATIC und dem 300 kW/408 PS leistenden ML 500 4MATIC klaffende Lücke. Das im ML 400 4MATIC zum Einsatz kommende V6-Triebwerk gehörte ebenfalls der Direkteinspritzer-Baureihe M 276 an, besaß aber einen Hubraum von 2996 cm³ und war mit Biturbo-Aufladung sowie Ladeluftkühlung spezifiziert. Der Motor lieferte 245 kW/333 PS und einen Drehmomentbestwert von 480 Nm, die zwischen 1600/min und 4000/min abrufbar waren.
Auf dem heimischen Markt wurde der ML 400 4MATIC erst im Herbst 2014, kurz vor der für das Folgejahr geplanten großen Modellpflege, verfügbar gemacht. Sein Brutto-Listenpreis betrug 60.214,00 Euro – rund 2.000,00 Euro mehr, als zum gleichen Zeitpunkt für einen ML 350 4MATIC zu entrichten waren.
Bis zum Ende des ersten Fertigungszyklus der M-Klasse Baureihe W 166 im Sommer 2015 wurden keine größeren Veränderungen an der Spezifikation der Fahrzeuge mehr vorgenommen. Zum Zeitpunkt der Modellpflege zeigte die Rangliste der Produktionsstatistik ein klar strukturiertes Bild: Die unangefochtene Spitzenposition nahm der Otto-motorisierte ML 350 4MATIC – die Zusatzbezeichnung BlueEFFICIENCY war im Frühsommer 2013 bei den betreffenden Benzinermodellen entfallen – mit insgesamt fast 153.000 gefertigten Fahrzeugen ein. Den zweiten Rang belegte das dieselgetriebene Schwestermodell ML 350 BlueTEC 4MATIC, von dem rund 121.000 Einheiten gebaut worden waren. Auf der dritten Position platzierte sich das Vierzylinder-Einstiegsmodell ML 250 BlueTEC 4MATIC mit einer Stückzahl von knapp 51.000 Fahrzeugen.
In vergleichbare Größenordnungen drangen auch die später lancierten Modelle ML 350 und ML 400 4MATIC vor: Vom ersteren, dem heckgetriebenen Exportmodell für Nordamerika, wurden ab 2012 rund 40.000 Einheiten gebaut. Der zunächst ebenfalls dem Export vorbehaltene ML 400 4MATIC erreichte in kaum zweieinhalb Jahren seiner Marktpräsenz eine Produktionszahl von gut 42.000 Fahrzeugen. Bemerkenswert war auch das starke Abschneiden des Performance-Modells ML 63 AMG, das ab Sommer 2013 als ML 63 AMG 4MATIC bezeichnet wurde: Mit mehr als 10.000 Einheiten war es trotz seiner in jeder Hinsicht deutlich höheren Positionierung beliebter als der ML 500 4MATIC, der es – ebenfalls mit einem Marktstart im Jahr 2012 – auf etwas mehr als 8.000 Fahrzeuge brachte.