Als der aus Upton-upon-Severn gebürtige Brite 1995 im Alter von 42 Jahren zum ersten Mal mit der Motorsportwelt von Mercedes-Benz in Berührung kommt, hat er bereits ein überaus erfülltes Rennfahrerleben hinter sich. Von den Anfängen im Kart 1968 führt ihn sein Weg über sämtliche Nachwuchsformeln bis in die Formel 1, wo er 1980 seine beiden ersten Grands Prix auf einem Lotus bestreitet.
1985 bekommt er ein Cockpit beim Team Williams-Honda und etabliert sich in der Folge unter den Top-Piloten der Königsklasse, ausweislich zweier Vizeweltmeisterschaften in den Jahren 1986 und 1987. Nach zwei Saisons bei Ferrari schließt sich Mansell wieder dem Williams-Rennstall an und kann 1992 die Formel-1-Fahrerweltmeisterschaft für sich entscheiden.
1993 verabschiedet sich der Brite in die nordamerikanische Indy Car World Series und erringt gleich im ersten Jahr den Titel – ein Novum für einen Rookie. In der Folgesaison läuft es weniger gut, und Mansell absolviert neben seinem Engagement bei den Champ Cars wieder vier Rennen im Formel-1-Team von Frank Williams als Ersatz für den zuvor tödlich verunglückten Ayrton Senna. Dabei gelingt ihm beim letzten Saisonlauf, dem Großen Preis von Australien, ein Sieg.
Alles scheint also in bester Ordnung, und so unterschreibt Mansell für die Saison 1995 einen Vertrag beim Team McLaren-Mercedes. Schnell wird schon bei den Testfahrten ersichtlich, dass der weder hochmotivierte noch in perfektem körperlichem Trainingszustand befindliche Ex-Weltmeister Probleme hat, sich im schmal geschnittenen Cockpit des McLaren-Mercedes MP4-10 zurechtzufinden.
Mit einem leicht modifizierten Einsatzwagen greift der Brite erst ab dem zweiten Saisonlauf, dem Großen Preis von San Marion in Imola, ins Geschehen ein und wird Zehnter. Nach dem nächsten Rennen, dem Großen Preis von Spanien, bei dem er ausfällt, zieht er die Konsequenz, verlässt das Team und erklärt seine Karriere im Formelsport für beendet.
Nach diesem wenig erfreulichen Intermezzo folgen noch sporadische und ohne positiven Nachhall bleibende Auftritte in der englischen Tourenwagen-Meisterschaft, der Senioren-Serie Grand Prix Masters sowie als Fahrer und Teamchef im Langstreckensport mit LMP1-Fahrzeugen, Letzteres häufig gemeinsam mit seinen Söhnen.